Das Thymener Mühlenfließ wird ökologisch durchgängig

Der Sohlabsturz des ehemaligen Mühlenwehres innerhalb der Ortslage Altthymen ist das letzte unüberwindbare Wanderhindernis für aquatisch bzw. amphibisch lebende Tierarten im Thymener Mühlenfließ zwischen der Feldberger Seenlandschaft (Mecklenburg-Vorpommern) und der Mündung in den Thymensee (Brandenburg) bzw. fortführend als Hegensteinbach bis in seine Mündung in die Havel. Das Mühlenwehr ist als Kombinationsbauwerk ausgebildet und wurde als 3-Feld-Wehr in eine befahrbare Brücke integriert. Der Wehrantrieb ist heute nicht mehr vorhanden. Die Aufnahmekonstruktion des Mühlrades ist im Unterwasser nur noch rudimentär durch Stahlträger zu erkennen.

Um das Thymener Mühlenfließ ökologisch durchgängig zu gestalten, müssen zunächst die Altanlagen zurückgebaut werden. Da das Mühlenwehr untrennbar mit der bestehenden Brücke verbunden ist, müssen beide Konstruktionen vollständig entfernt werden. Diese werden im Anschluss durch einen ökologisch durchgängigen Durchlass ersetzt, der nach Fertigstellung wieder überfahren werden kann. Das Mühlenwehr selbst ist derzeit maßgeblich verantwortlich für den anliegenden Wasserstand im Oberlauf. Diese Aufgabe wird künftig eine langestreckte Sohlgleite oberhalb des derzeitigen Mühlenabsturzes übernehmen.

Die Beseitigung des Sohlabsturzes und die damit verbundene Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit entspricht den Vorgaben des Gewässerentwicklungskonzeptes HvO_Havel1 und dient darüber hinaus dem Schutzzweck des Naturschutzgebietes und gleichnamigen FFH-Gebietes „Thymen“. Durch die Maßnahme soll insbesondere die Bachmuschel, die im Thymener Mühlenfließ einen ihrer Verbreitungsschwerpunkte hat, gefördert werden.

Die Bauausführung ist für das Jahr 2027 geplant. Die Bauzeit für das Gesamtprojekt beträgt voraussichtlich sechs Monate. Erste bauvorbereitende Maßnahmen beginnen bereits im Herbst 2026. Genaueres zum Bauablauf und zu den erforderlichen Sperrungen werden rechtzeitig bekanntgegeben.

Das Projekt wird gefördert durch die Investitionsbank des Landes Brandenburg, die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg und die Stadt Fürstenberg/ Havel.